Handball (1. F.): Rotation dreht erst am Ende auf

Frauen 19.03.2019

Die Handball-Damen aus Weißenborn haben das Sachenliga-Spiel gegen den Radeberger SV mit 32:23 gewonnen. Ein Selbstläufer war die Partie gegen den Tabellenletzten allerdings nicht.

Es war die 40. Spielminute, als David Dehn auf der Taktiktafel die Magnete mit konzentrierter Mine verschob und dabei mit seinem Co-Trainer Tilo Tobies intensiv diskutierte. Zu diesem Zeitpunkt führten seine Damen vom SV Rotation Weißenborn gegen den punktlosen Tabellenletzten der Handball-Sachsenliga, den Radeberger SV, in heimischer Halle nur 17:16. Bis dahin hatten sich die Weißenborner Mädels ungewöhnlich viele technische Fehler erlaubt. Doch durch die Recherche auf der Plastik-Tafel ersann Dehn offenbar die richtige sportliche List, um mit seinen Mädels auf die Siegerstraße einbiegen zu können. Denn anschließend machte nur noch Weißenborn die Musik, zog auf 21:16 davon und tütete über die Station 26:18 (50. Minute) den letztlich klaren 32:23 (13:12)-Heimsieg ein.

Der Weißenborner Coach wusste allerdings nach dem Abpfiff, dass die Leistung seiner Mädels an diesem Tag kein Bewerbungsschreiben für höhere Aufgaben war. „Es war sicherlich kein schönes Spiel, aber man muss auch mal einen dreckigen Sieg einfahren“, meinte Dehn und gab zu bedenken:

„Viele Zuschauer haben vor dem Anpfiff eventuell nur über die Höhe des Sieges debattiert. Aber keiner sollte vergessen, dass wir der Aufsteiger sind“, sagte Dehn.

Nach ausgeglichenem Beginn (4:4/7. Minute) ging Rotation zwar 7:5 in Front, doch die mutig auftretenden Radebergerinnen dachten gar nicht daran, sich zu verstecken. Weißenborn gelang es nach Wiederanpfiff zwar, die knappe Halbzeitführung etwas auszubauen, doch das Team aus Radeberg blieb zunächst dran. „Sicherlich war es ein Spiel, dass wir laut Tabellensituation gewinnen mussten. Wir haben sicherlich zu viele Fehler produziert, haben dann aber zu unserem schnellen Tempospiel gefunden“, schätzte Dehn ein. Tatsächlich vergaben die Weißenborner Ladys Chancen für gleich zwei Spiele. Selbstkritisch zeigte sich auch Spielerin Luisa Rischer. „Wir hatten zu Beginn Probleme und agierten im Angriff zu nahe an der Abwehr. Es war sicherlich nicht schön, aber am Ende zählen nur die zwei Punkte“, sagte die 28-Jährige. Sie begann in der 6. Klasse beim VfB Flöha mit dem Handballspielen und lief während ihres Germanistik-Studiums an der Ostsee für eine Rostocker Mannschaft in der Bezirks- und Landesliga auf. Nach ihrer Rückkehr spielte sie wieder in Flöha, bevor sie im vergangenen Sommer nach Weißenborn wechselte.

„Ich fühle mich jetzt bei Rotation sehr wohl und könnte mir gut vorstellen, auch in der kommenden Saison in Weißenborn zu spielen“,

sagte die Handballerin, die als Pressesprecherin der TU Freiberg tätig ist. Ihr Trainer bescheinigt ihr, dass sie in der Mannschaft absolut angekommen und durch viel Training immer besser in Schwung gekommen ist. Gegen Radeberg steuerte Luisa Rischer zwei Treffer zum Erfolg bei. Durch den Heimsieg untermauerte Weißenborn mit nunmehr 24:12 Zählern den vierten Tabellenplatz.

Knut Berger, Freie Presse vom 18. März 2019

Statistik Weißenborn: Groß, Giesa, Zeller (10/3), Teuchert, Richter (6/1), Vogelgesang (3) , Röder (3), Rischer (2), Uhlemann (1), Krille (4), Tobies (3) , Ulbricht – Siebenmeter: Weißenborn 5/4; Radeberg: 3/0 – Zeitstrafen: Freiberg 2; Radeberg 3

Frauen 19.03.2019
Nicht zu stoppen: Die Weißenborner Torjägerin Sophie Zeller (l.) war im Spiel gegen den Radeberger SV mit zehn Treffern einmal mehr die erfolgreichste Werferin des Tages. FOTO: Eckard Mildner