Nervenkrimi bis zur letzten Sekunde – Punkteteilung nach umkämpftem Spitzenspiel

06.12.2025 – Regionsoberliga Südwestsachsen wC / Staffel Ost – HV Chemnitz gegen SV Rotation Weißenborn 20:20 (13:14)

Am gestrigen Samstag ging es in aller Früh zu den C-Mädels des HV Chemnitz, welche sich aktuell auf Position zwei in der Tabelle befinden. Die Vorzeichen ließen alles offen. Marie meldete sich glücklicherweise nach ihrer Erkältung zurück und konnte diesmal mitfahren. Beide Mannschaften verbuchten im direkten Duell bereits einen Sieg – wir in der Liga, Chemnitz im Pokal. Dabei war bislang immer die Tagesform entscheidend. So erwarteten also beide Teams und die vielen Zuschauer ein spannendes Spiel.

Hinein in die erste Halbzeit. Die Mädels waren sofort da! Unsere Abwehr wirkte im Vergleich zum Pokal deutlich verbessert und schien in den Anfangsminuten unüberwindbar. Mal für Mal erarbeiteten wir uns den Ball oder provozierten Abschlüsse aus spitzem Winkel. Vorne hingegen ging es schnell. Energisches Anlaufen, eine gute Übersicht und konsequente Entscheidungsfindung ließen es in den heimischen Halbräumen brennen. Schnell setzten wir uns auf 0:4 ab. Danach kam jedoch auch das Heimteam im Spiel an und wurde sich der ebenfalls vorhandenen Qualität bewusst. So kreierten beide Mannschaften nun klare Torchancen, jedoch ging uns die Konzentration im Abschluss etwas vorhanden. So arbeiteten sich die Chemnitzerinnen auf minus eins heran. Immer dann, wenn es uns gelang, die Chancen zu nutzen, setzten wir uns wieder etwas ab. Doch immerwieder folgten Momente, in denen das Heimteam die Oberhand gewann und aufschließen konnte. So ging es schließlich mit einem 13:14 in die Kabine.

Volle Konzentration vom Punkt – jedes Tor konnte spielentscheidend sein.

Bereits hier war den Mädels anzumerken, wie anstrengend das Spiel für die Beine und den Kopf sein musste. Den Gastgeberinnen musste es jedoch ähnlich gehen, denn beide Teams waren dies Intensität nicht gewohnt. Eins war klar: Gewinnen würde die Mannschaft, die es schafft, bis zum Ende ans absolute Limit zu gehen! Durchgang zwei war völlig anders als der Erste. Chemnitz stellte auf eine 6:0 um. Wir blieben in der 3:2:1. Es entwickelte sich eine absolute Abwehrschlacht. Beide Mannschaften verteidigten um ihr Leben – Tore fielen nur noch selten und wenn, dann ab und an auf unerwartete Art und Weise. Während der Beginn erstmal wieder an uns ging (wieder ein 0:4-Lauf), kämpfte sich anschließend die Heimmannschaft wieder heran, bis es sechs Minuten vor Abpfiff schließlich 20:20 stand.

Die Suche nach der Lücke – die Anspannung war beidseitig omnipräsent!

Beide Teams hatten sich bis dahin völlig verausgabt und es war spürbar, dass es in den Köpfen beider Mannschaften arbeitete. Die Angst vorm entscheidenden Fehler hemmte das Offensivspiel, während defensiv weiterhin stark gearbeitet wurde. Jede Aktion auf beiden Seiten wurde mit einer gewissen Vorsicht ausgeführt. Keiner wollte nach so einem Spiel ohne Punkte vom Spielfeld gehen. Dann ertönte das Schlusssignal und auf der Anzeigetafel stand auch sechs Minuten nach dem letzten Tor des Spiels 20:20. Beiden Teams war anzumerken, dass sämtliche Energie auf dem Platz gelassen wurde. So recht freuen wollte sich zunächst keiner. Gerne hätten wir beide Punkte mit aus Chemnitz genommen! Dennoch ist das Unentschieden absolut dem Spielverlauf entsprechend. Wichtig ist für uns der eine Punkt dennoch, weil wir die Chemnitzerinnen so auf Abstand halten können.

Gerne hätten wir uns mit zwei Punkten belohnt, aber auch so werden die Mädels daran wachsen.

So blicken wir auf ein emotionales und umkämpftes Topspiel zurück, welches seinem Namen alle Ehre machte. Chemnitz bleibt zu Hause ungeschlagen. Wir bleiben in der Liga ungeschlagen. Man muss zwingend beiden Mannschaften Respekt für diese Energieleistung zollen; genauso wie den vielen Fans beider Lager – was für eine Stimmung! Den Mädels des HV Chemnitz wünschen wir für die Rückrunde alles Gute und ziehen unseren Hut für drei tolle Spiele, die wir diese Saison gegeneinander bestreiten durften! Unsere Mädels müssen dieses intensive Spiel nun erstmal sacken lassen, aber ich kann nur betonen, dass die Entwicklung dieser Mannschaft bemerkenswert ist und hoffentlich in zwei, drei Tagen alle so stolz auf sich sind, wie ich es auf jede Einzelne bin! Man muss sich ab und zu ins Gedächtnis rufen, woher wir kommen; dass wir als Dorf mit gut zweitausend Einwohnern seit Jahren so viele Mannschaften aufstellen und für so tolle Spiele nach Chemnitz, Dresden & Co. reisen können, ist alles andere als selbstverständlich und einfach eine tolle Sache! Unsere Spielerinnen sind Teil davon und werden auch weiterhin alles geben, um anderen Mannschaften zu zeigen, dass Handball in Weißenborn für Spaß, Zusammenhalt und Einsatzwillen steht!

 

Es spielten:
Lotti (5), Lena (1), Sophia (2), Marie (4), Livi (6 [4/4]), Clara (1), Laila (1), Bena, Alli, Ayline, Freya, Talissa